Kalkputz.
Natürlicher, mineralischer Putz aus Kalkstein, Marmor, Quarz und Sand gebunden mit Sumpfkalk.
Mit Sumpfkalk arbeite ich als Traditionelles Bindemittel für meinen Kalkputz; im Besonderen bei Restaurierungen von Bauwerken, seltener für Anstriche auch Kasein.
Kalk als historischer Baustoff muss, wenn er rein verwendet werden soll, nach den traditionellen Regeln mit Zeit und Geduld hergestellt werden. Reiner Kalk erreicht nur sehr langsam seine Festigkeit, die er durch den ständigen Austausch von Wasser und Kohlendioxid mit der Umgebungsluft entwickelt. Es finden langsame Kristallisationsvorgänge statt, die eine relativ lange Lagerung erfordern, die letztlich über die Qualität entscheidet und sich bei der Verarbeitung bemerkbar macht. Vom diesem lange dauernden "Einsumpfen" leitet sich auch der Name ab.
Lehmputz.
Lehm ist Physik. Lehm ist ein Element dieser Erde und existierte bereits lange Zeit, bevor die ersten Lebewesen diesen Planeten bevölkerten. Das Material entstand während eines Millionen Jahre andauernden Verwitterungsprozesses. Wind und mechanische Belastung haben feldspatreiche Gesteine immer feiner zermahlen, bis schließlich das kleinste Mineral – das Tonmineral – übrig blieb. Lehm ist von Natur aus ein Gemisch aus Tonmineralen und sandigen bis steinigen Bestandteilen, wobei der Ton die Funktion eines Bindemittels übernimmt.
Dr. Michael Willhardt Quelle: Malerblatt 12/2012; zuletzt eingesehen am 20. Januar 2023
Lehmputz ist ein diffusionsoffenes Material. Kapillarleitfähig ausgeführt, ermöglicht es Flächen Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abzugeben.
Wir erkennen Lehmputz als Naturbaustoff mit langer Tradition.
Stucco Veneziano. Stucco Lustro.
Feine historische Wandveredelung. Wertvoll, schön, natürlich und nachhaltig aus Mamor oder Kalkgesteinsmehl mit Weisskalk, Leinölfirnis und Pigmenten.
Modellieren
‚Der Prozess des Modellierens scheint als eigenständiger Betrachtungsgegenstand vor allem dann in den Vordergrund zu treten, wenn das „fertige Modell“ nicht ausschließlich einem Repräsentationsanspruch verpflichtet ist – oder, wenn um eben diesem Anspruch gerecht zu werden, der Prozess verändert werden muss.
Wendler, Reinhard: Das Modell zwischen Kunst und Wissenschaft, München 2013, S.83. Letztlich ist das Modellieren jedoch unabhängig von Kontexten eine explorative Imaginationspraxis. Modellieren hat eine spekulative Qualität; jeder Handgriff, jedes Verschieben stößt ein neues Modell an.
Wendler 2013, S.86–87.
Modellieren kann so auch kommunizieren bedeuten, denn es veranschaulicht und macht visuell vermittelbar. Modellieren ist dann eine Praxis des Zugänglichmachens, wenn plötzlich umkreist werden kann, was vorher nur von innen heraus oder bruchstückhaft erfahrbar war. Welches Wissen der Künste erschließt sich nun am Verb „modellieren“? Modellieren als künstlerische Praxis in den Blick zu nehmen heißt, die Beziehung zwischen Prozess und Ergebnis zu betrachten und die Verwobenheit beider Positionen zu erkennen. Das Wissen der Künste liest „modellieren“ als semiotisch-materiell-diskursive Praxis, die sich prinzipiell aus unendlichen Anstößen speist.
Texte entnommen: Wissenderkuenste.de. Das Wissen der Künste, Graduierten Kolleg, Universität der Künste Berlin. Modellieren, Autorin: Morgana Karch
zuletzt eingesehen am 23. Februar 2025
Studie + Modell
Für mich ist das Modellieren ein Prozess des Annehmens und Studierens von Material und Form.
Zuweilen von ungewissem, oft überraschendem Ausgang, verbunden mit Erkenntnis über Fläche und Form, Spannung und Ausdruck. Gerhard Kay